Griechenlandreisen

DROHNE IN GRIECHENLAND: WAS URLAUBER WISSEN SOLLTEN

DROHNE IN GRIECHENLAND: WAS URLAUBER ÜBER REGELN, FLUGZONEN UND GENEHMIGUNGEN WISSEN SOLLTEN

Griechenland von oben – eine kleine Bucht, das Meer zwischen zwei Inseln, eine Straße durch die Berge oder ein Dorf irgendwo mitten in der Landschaft. Wer gerne fotografiert oder filmt, versteht schnell, warum immer mehr Urlauber ihre Drohne mit nach Griechenland nehmen möchten.

Auch uns fragen Kunden inzwischen häufiger danach. Zuletzt ganz konkret: Kann ich meine Drohne mit nach Griechenland nehmen und dort fliegen?

Grundsätzlich ja. Ganz so einfach wie Drohne auspacken und losfliegen ist es allerdings nicht.

Wer seine Drohne im Griechenland-Urlaub nutzen möchte, sollte sich schon vor der Abreise mit den europäischen Regeln und vor allem mit den jeweiligen Flugzonen vor Ort beschäftigen.

GELTEN IN GRIECHENLAND DIESELBEN DROHNENREGELN WIE IN DEUTSCHLAND?

Im Wesentlichen ja.

Griechenland gehört zum europäischen EASA-Regelungsraum. Für die meisten privaten Drohnenflüge gelten deshalb die europäischen Vorschriften der sogenannten „Open Category“.

Wer beispielsweise in Deutschland bereits als Drohnenbetreiber registriert ist, muss sich für seinen Griechenland-Urlaub nicht noch einmal neu registrieren. Die Registrierung gilt innerhalb der EASA-Mitgliedstaaten. Die Betreiber-ID muss entsprechend den geltenden Vorschriften an bzw. in der Drohne hinterlegt sein.

BRAUCHE ICH FÜR EINE DROHNE UNTER 250 GRAMM EINEN DROHNENFÜHRERSCHEIN?

Bei einer C0-Drohne unter 250 Gramm ist kein A1/A3-Kompetenznachweis vorgeschrieben.

Das bedeutet aber nicht automatisch, dass für diese kleinen Drohnen überhaupt keine Regeln gelten.

Hat die Drohne beispielsweise eine Kamera oder einen anderen Sensor zur Erfassung personenbezogener Daten und handelt es sich nicht um ein Spielzeug, ist in der Regel trotzdem eine Registrierung des Betreibers notwendig.

Bei schwereren Drohnen bzw. anderen Drohnenklassen kommen weitere Anforderungen hinzu. Je nach Drohne und geplanter Nutzung können beispielsweise ein A1/A3-Kompetenznachweis oder weitere Nachweise erforderlich sein.

BESONDERS WICHTIG IN GRIECHENLAND: DAGR – DRONE AWARE GREECE

Wer seine Drohne mit nach Griechenland nimmt, sollte sich DAGR – Drone Aware Greece merken.

Die griechische Luftfahrtbehörde HCAA weist ausdrücklich darauf hin, dass vor einem Drohnenflug die aktuellen Einschränkungen über DAGR geprüft werden müssen. Dort lässt sich sehen, wo geflogen werden darf und in welchen Bereichen Einschränkungen, Genehmigungspflichten oder Verbote bestehen.

Die offizielle DAGR-Karte: erhalten unsere Kunden mit den Reiseunterlagen

Gerade auf einer Griechenland-Reise ist diese Prüfung wichtig. Viele Inseln haben eigene Flughäfen. Dazu kommen archäologische Stätten, Häfen, militärische Einrichtungen und andere sensible Bereiche.

Deshalb würde ich mich nicht auf irgendwelche pauschalen Angaben wie „x Kilometer Abstand“ verlassen.

Entscheidend ist immer: Was zeigt DAGR für genau den Ort, an dem ich starten möchte?

DARF ICH MIT DER DROHNE ÜBER ARCHÄOLOGISCHEN STÄTTEN FLIEGEN?

Hier sollte man besonders genau hinschauen.

Archäologische Stätten können in geografischen Zonen liegen, für die besondere Einschränkungen gelten. Je nach Standort und geplantem Flug kann eine Genehmigung notwendig sein oder ein Flug gar nicht zulässig sein.

Dasselbe gilt für weitere besonders geschützte Bereiche, beispielsweise in der Nähe militärischer Anlagen.

Wer einen Flug in einer eingeschränkten Zone plant, sollte sich deshalb frühzeitig informieren. DAGR ermöglicht in entsprechenden Fällen auch die Einreichung von Fluganfragen. Bei Bereichen in der Nähe militärischer Flughäfen wird eine Vorlaufzeit von mindestens fünf Arbeitstagen empfohlen.

WIE HOCH DARF EINE DROHNE IN GRIECHENLAND FLIEGEN?

Für Flüge in der europäischen Open Category gilt grundsätzlich eine maximale Flughöhe von 120 Metern über Grund.

Je nach Drohnenklasse gelten außerdem weitere Vorgaben, beispielsweise beim Abstand zu Personen oder beim Überfliegen unbeteiligter Menschen.

Auch die direkte Sichtverbindung zur Drohne gehört grundsätzlich zum Fliegen in der Open Category.

DROHNE UND GRIECHENLAND-REISE: AUCH DIE ROUTE SPIELT EINE ROLLE

Genau hier wird das Thema für mich als Reiseveranstalter interessant.

Wer mit einer Drohne reist oder allgemein gerne fotografiert und filmt, hat oft einen etwas anderen Blick auf Griechenland. Dann geht es nicht nur darum, welches Hotel frei ist oder welche Insel gerade besonders bekannt ist.

Seit 1988 plane ich individuelle Griechenland-Reisen und erlebe immer wieder, wie unterschiedlich Menschen dieses Land entdecken möchten.

Der eine möchte Inselhüpfen und mehrere Inseln miteinander kombinieren. Der nächste plant eine Rundreise durch verschiedene Regionen Griechenlands. Andere verbinden Festland und Inseln miteinander.

Und manchmal soll es überhaupt keine große Rundreise sein. Dann geht es einfach um eine persönliche Auszeit in einem Hotel und an einem Ort, der wirklich zum Reisenden passt.

Wer gerne fotografiert, filmt oder seine Drohne mitnehmen möchte, sollte mir das bei der Reiseplanung ruhig sagen.

Eine behördliche Flugfreigabe können und dürfen wir natürlich nicht ersetzen. Aber wir können bei der Auswahl der Route, der Inseln und der Regionen berücksichtigen, was ein Kunde unterwegs erleben möchte.

Dazu gehören für mich persönliche Empfehlungen, Insidertipps und selbstverständlich auch unsere Unterstützung mit Rat und Tat während der Reise.

MEIN TIPP VOR JEDEM DROHNENFLUG IN GRIECHENLAND

Nicht davon ausgehen, dass ein Platz automatisch erlaubt ist, nur weil gerade niemand dort steht.

Vor dem Start deshalb kurz prüfen:

  1. Standort in DAGR / Drone Aware Greece kontrollieren.
  2. Drohnenklasse und erforderliche Nachweise prüfen.
  3. Betreiber-ID und notwendige Unterlagen dabeihaben.
  4. Schutz- und Sperrzonen respektieren.
  5. Bei Unsicherheit lieber erst klären, ob eine Genehmigung notwendig ist.

Und dann gilt für mich noch etwas anderes:

Griechenland bietet auch ohne Drohne mehr als genug Bilder, die im Kopf bleiben.

Manchmal lohnt es sich deshalb durchaus, die Drohne einfach im Rucksack zu lassen und den Moment selbst zu genießen.

Stand: August 2026. Flugzonen und Vorgaben können sich ändern. Vor jedem Flug sollten deshalb die aktuellen Informationen der griechischen Luftfahrtbehörde HCAA sowie DAGR – Drone Aware Greece – geprüft werden.

Bildquelle: Lukas Bieri auf Pixabay